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MAISON STEPHAN

Die gerade einmal 265 Hektar zählende Côte Rôtie an der Nord-Rhône gehört zu den berühmtesten Weinbaugebieten der Welt. Übersetzt heißt der Name so viel wie geröstete Hänge. Das sagt einiges über die klimatischen Verhältnisse an den steil terrassierten Hängen aus. Dort können mächtige Weine entstehen, die zumindest aus 80 % Syrah und einem Anteil von weißem Viognier bestehen. Ein Weingut, das für körperreiche Weine weltberühmt ist, ist das Haus Guigal, bei dem Ende der 1980er, Anfang der 1990er ein junger Winzer als Assistent gearbeitet hat. Sein Name ist Jean-Michel Stephan. Stephan, der vorher neben seinem Weinbaustudium bei Jean-Paul Brun gelernt und auch die Schriften von Jules Chauvet, einem der Väter der sogenannten Naturweinszene, verinnerlicht hatte, wollte einen anderen Weg für seine Weine von der Côte Rôtie beschreiten als sein damaliger Arbeitgeber. Also verließ er das Gut und machte sich selbstständig. Stephan startete 1991 mit drei Hektar in der Gemeinde Tupin. Er hatte das Glück, dass er damals einen Weinberg mit sehr alten Rebstöcken erwerben konnte. Einen zweiten Weinberg pflanzte er neu und vinifizierte 1994 seinen ersten Wein. Seine Weine unterschieden sich deutlich von denen der anderen Winzer an der Côte Rôtie. Sein völlig eigener Stil hatte viel mit seiner Arbeit im Keller zu tun. Im Weinberg arbeitet er komplett von Hand, biologisch-organisch mit mechanischer Bodenpflege und mit Verzicht auf jedwedes chemische Mittel. Im Keller erfahren die Trauben, die nicht entrappt werden, eine 24-stündige Vorgärung, bevor sie spontan in einer macération carbonique bei kühlen 10° C über rund 20 Tage hinweg vergoren werden. Nach dem Ausbau der Weine wird lediglich bei der Füllung ein Minimum an Schwefel hinzugefügt. Die Weine werden weder geschönt noch filtriert. Text von Christoph Raffelt



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